Spezifische ImmunabwehrLernwillig, anpassungsfähig und sehr effektiv – das ist unsere spezifische Immunabwehr. Als Teil des Immunsystems wird diese, im Gegensatz zur angeborenen unspezifischen Immunabwehr, erst nach der Geburt im Laufe unseres Lebens entwickelt. So bilden sich beim Erstkontakt mit einem Erreger besondere Abwehrmechanismen, die ganz gezielt gegen diesen bestimmten Krankheitserreger gerichtet sind. Diese Mechanismen merkt sich der Körper und ist so bei einem erneuten Angriff schon gut gewappnet. Die spezifische Immunabwehr wird daher auch als erworbene Immunabwehr bezeichnet.

Lymphozyten: Unabdingbar für unsere spezifische Immunabwehr

Die spezifische Immunabwehr wird immer dann aktiviert, wenn es einem Eindringling gelungen ist, die ersten Barrieren der unspezifischen Abwehr zu überwinden. Die Abwehrmechanismen der spezifischen Immunabwehr bauen auf der Idee der Anpassung auf. So entwickelt das Immunsystem auf Eindringlinge immer wieder neue und ganz gezielte Immunantworten. Parallel dazu werden während der Immunantwort auch sogenannte Gedächtniszellen gebildet, die sich den Krankheitserreger und seine spezifischen Eigenschaften merken und dadurch der Möglichkeit eines erneuten Angriffs desselben Erregers vorbeugen. Eine wichtige Rolle beim Aufbau des spezifischen Immunsystems spielen Immunzellen oder auch Lymphozyten. Sie sind Teil des Blutes und gehören zu den weißen Blutkörperchen, dabei befinden sich 98 Prozent der Lymphozyten gar nicht im Blut, sondern in den sogenannten lymphatischen Organen. Lymphatische Organe sind Lymphknoten, Lymphbahnen, die Milz und das Knochenmark. Von dort aus gibt der Körper ständig einen kleinen Teil der Zellen ins Blut ab.

Spezifische Immunabwehr: effektive Abwehr dank gutem Gedächtnis

Aufgabe der Lymphozyten ist es, zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden. Es gibt unterschiedliche Typen wie bspw. die T-Lymphozyten sowie die B-Lymphozyten. Bei Kontakt mit einem Fremdkörper entwickeln sich die T-Lymphozyten zu sogenannten T-Effektorzellen, die verschiedene Immunantworten auslösen oder verstärken. Sie können aber auch zu T-Gedächtniszellen werden, die Fremdkörper auch nach Jahren noch bei einem erneuten Eindringen erkennen und dann besonders schnell und effektiv Gegenmaßnahmen einleiten. Die B-Lymphozyten hingegen entwickeln sich zu einem Teil bei Kontakt mit einem Fremdkörper zu sogenannten Plasmazellen, deren Aufgabe es ist, Antikörper gegen diesen Fremdkörper zu bilden. Aus dem anderen Teil der B-Lymphozyten entwickeln sich nach Kontakt mit einem Fremdkörper langlebige B-Gedächtniszellen, die noch Jahre später, auch wenn der Körper nicht mehr diesem Fremdkörper ausgesetzt ist, die gleichen Antikörper bilden können.

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