Nicht nur die äußeren, sondern vor allem die inneren Werte zählen – und das gilt besonders für die Aroniabeere. Die kleine Beere bietet nicht nur den färbenden Stoff ihrer Schale für die Lebensmittelindustrie, sondern enthält eine große Menge an interessanten Inhaltsstoffen. Bis die Aronia bei uns in Deutschland bekannt wurde, musste sie einen langen Weg zurücklegen. Ihre Herkunft ist inzwischen sehr gut erforscht und man weiß, dass ihr Weg über Russland und Kanada bis in die USA zurückgeht. Schon die nordamerikanischen Ureinwohner wussten sie zu schätzen.

Der lange Weg der kleinen Beere

Die Aroniabeere gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und stammt ursprünglich aus Ost-Kanada. Sie ist besonders widerstandsfähig und gedeiht auf steinigen Berghängen ebenso wie in Wäldern, in Sumpfgebieten oder sogar in trockenen Dünen. Bereits die Indianer wussten die Aroniabeere zu schätzen und mischten sie mit anderen Beeren oder getrocknetem Fleisch zu einem energievollen Reiseproviant – ein früher „Energie-Riegel“ sozusagen. Vor über 100 Jahren entdeckte der russische Botaniker Iwan W. Mitschurin die Aronia und kultivierte die Pflanze in Russland und Osteuropa. Hier züchtete er besonders frostresistente und ertragreiche Sorten, wie die „schwarze Apfelbeere“. Der Aroniastrauch hält Temperaturen bis zu – 35° C aus und ist zudem im Vergleich zu vielen Obsthölzern unempfindlich gegenüber Umweltgiften und Schädlingen. Aronia wurden daher großflächig in der ehemaligen Sowjetunion angebaut und für Lebensmittel verarbeitet.

Der Siegeszug der Aronia

Über die ehemalige UdSSR kam die Aroniabeere auch nach Deutschland und wurde bereits seit den 1970er Jahren in Sachsen angebaut. Zu diesem Zeitpunkt lag der Fokus auf der Gewinnung des dunklen Pflanzenfarbstoffes für die Lebensmittelindustrie. Heute gewinnt die Aroniabeere wieder zunehmend an Bedeutung. Mit wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnissen zu dieser Frucht besinnt man sich wieder auf ihre Fähigkeiten. Heute gilt die Aroniabeere als die bedeutendste Strauchbeere im Bundesland Sachsen, mit deutschlandweiten Zuwächsen. So entsteht aktuell in Brandenburg derzeit Westeuropas größte Bio-Aroniaplantage. Ziel ist es dort auf 50 Hektar Land rund 130.000 Aroniasträucher zu kultivieren.

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